rezension | xing für dummies

© Wiley
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Mein vorletzter Blog über den Zukunftspreis schließt mit der Vorhersage, dass in Zukunft nicht die Arbeitnehmer aktiv auf Jobsuche gehen, sondern in Zeiten des Fachkräftemangels vielmehr von den Unternehmen gefunden werden. Passend zu unserer postmodernen Ära suchte die Autorin Constanze Wolff auch nicht einem Verlag für Ihr neues Buch, sondern wurde vielmehr von den Thieme-Menschen aufgesucht, um ein Buch über das Online-Karrierenetzwerk XING zu schreiben. Die Zielgruppe wurde auch schon im Titel fixiert: XING für Dummies. Constanze Wolff ist Germanistin, Psychologin und Pädagogin zugleich. Zudem ist die junge Autorin lizensierte XING-Trainerin, was Sie wohl in die engere Auswahl für das Buch rücken lies. XING für Dummies - in den typischen Dortmunder Vereinsfarben - sieht Constanze Wolff sogar als so etwas wie einen adäquaten praxisrelevanten Ersatz für eine aus Zeitgründen nicht verfasste Doktorarbeit.

Schließlich landete das Buch als Rezensionsexemplar des Verlages auf meinem Schreibtisch. Ein großes Paket kam an und ich musste ein paar Mal ins Leere schnappen, um das Handbuch in Hosentaschenformat in die Finger zu bekommen. Spätestens beim Erhalt des Buches fragte ich mich selbst, was ich überhaupt von dem Buch erwarte. Schließlich bin ich ebenfalls seit Jahren ein begnadeter XING-Networker, habe mehrere hunderte Kontakte und moderiere ein paar Gruppen. In die Reihe der XING-Dummies würde ich mich also nicht selbst einreihen wollen. Aber schon zu Beginn des Buches wurde ich mit neuen Erkenntnissen überrascht: Das Kleine-Welt-Phänomen nach Milgram (1967) besagt, dass jeder Mensch auf der Welt über eine überraschend kurze Kette von Bekanntschaftsbeziehungen (Kontakte 6. Grades) mit jedem anderen Menschen verbunden ist. Bei mir sind es laut Xing am heutigen Tage 764 direkte Kontakte - 104.770 Kontakte von Kontakten - 1.960.810 Kontakte dritten Grades. Noch drei Ketten weiter unter der Prämisse alle Menschen wären bei XING - ich wäre mit allen Menschen auf dieser Welt vernetzt. Das ist ja schon einmal eine wichtige Grundlage der Netzwerk-Theorie. Wenn das so stimmt, dann kann es einem ja so ergehen wie in der Karikatur aus dem Buch, die die Netzwerk-Philosophie veranschaulicht: „Das Netzwerken ist ganz einfach: Du tust ein paar Leuten einen Gefallen, und schon sie ewig in deiner Schuld.“ Weiter möchte eine Karikatur in der heutigen prekären Zeit gar nicht bewerten. Es steht allerdings fest, dass mich das Buch um neue Erkenntnisse bereichert und zugleich unterhalten hat. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass ich auf den XING-HTML-Code zugreifen kann, um meine Seite zu individualisieren. Ich wusste auch nicht, dass ich ein Häkchen „an Karrierechancen interessiert“ anklicken kann, was nur für die Recruiter-Mitgliedschaften mit Spezialfiltern sichtbar ist und so meine Vorgesetzten nicht mitbekommen würden, wenn ich eine EXIT-Strategie vorbereite. Anfreunden konnte ich mich auch mit dem Gedanken, dass ich mich theoretisch - vorbei an sogenannten Gatekeepern - direkt an die Vorstände bei der nächsten Bewerbung wenden kann. XING und Constanze Wolff sei Dank. Neben den technischen Hinweisen kommt Constanze Wolff's Wesen als Kommunikationsexpertin immer wieder zum Vorschein. So habe ich gelernt, dass ich mein Profil mit ausreichend „Dramaturgie“ spicken muss. Die Hinweise auf nützliche Blogs von anderen XING-Experten als auch die Auflistung der beliebtesten XING-Fehler waren ebenfalls interessant. Zusammenfassend muss man gemäß dieser Pflichtlektüre eigentlich nur noch warten - bis man vom nächsten Arbeitgeber gefunden wird. Allerdings muss man man die beiden Netzwerk-Grundsätze von Constanze Wolff beachten, die sich wie ein roter Faden durch Ihren Dissertationsersatz ziehen: Zum einen ist es „erst geben – dann nehmen“ und zum anderen „erst denken – dann netzwerken“. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Nach der Buchlektüre können Sie auch einfach mal meinen XING-Button rechts oben betätigen, um den Blog zu teilen. Sie gehören fortan zu den XING-Profis. You are part of it.

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Kommentare: 1
  • #1

    Frank Stratmann (Donnerstag, 20 September 2012 23:37)

    Und wer Constanze Wolff persönlich erleben will und sich das Buch signieren lassen möchte, der kommt zur MEiM 2012 am 26.09.2012 in Paderborn. Die für mittelständische Unternehmen konzipierte Kongressmesse bietet Glegenheit, gleich 5 XING Ambassadore an einem Ort zu erleben. Aktionscode für die kostenfreie Teilnahme ☛ 3W7G9MN8 zu gebrauchen auf http://www.meim.de/meimportal