forschung | im land der maori und kiwis

© david-matusiewicz.com
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In diesem Jahr stand ein Forschungsaufenthalt im Centre for Health Systems am Department of Preventive and Social Medicine der University of Otago Medical School in Dunedin in Neuseeland auf der Agenda. Dies ist die älteste Universität des Landes und wurde im Jahr 1869 gegründet. Daneben gibt es noch weitere acht Universitäten, in den Städten Auckland, Wellington, Christchurch, Lincoln und Hamilton. Das Centre for Health Systems in Dunedin ist mit etwa 150 Mitarbeitern rund um das Thema Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Public Health die größte Einrichtung der University of Otago. Die Arbeit am Lehrstuhl war sehr angenehm. Morgens um 10 a.m. treffen sich die Mitarbeiter zum Morning-Tea. Auf dem Weg ins Büro muss man aufpassen nicht von einem der dicken einheimischen Vögel, die nicht so gut fliegen können, erschlagen zu werden. Neben den Kiwis gibt es nämlich noch andere Vögel, die einfach nicht fliegen können. Die Uni-Vögel ließen sich vom Baum fallen und brauchten immer einen gewissen Abstand in der Luft um mit ihren winzigen Flügen die Schwerkraft wieder auszutricksen. Neben meinem Büro war der zuständige Forscher für die Maori-Kultur. Seine Tür sah schon aus wie ein Eingang zu einem Maori-Versammlungshaus. Betreut wurde ich von Prof. Dr. Robin Gauld, der in Hong Kong über das dortige Gesundheitssystem promoviert hat und auch gerne viel in der Welt unterwegs ist und mir einiges über das neuseeländische Gesundheitssystem erzählen konnte. Robin nahm mich zu diversen internationalen Vorträgen mit, wie bspw. Professor Anne Gregory der Leeds Business School, die über die Reform des NHS referierte oder Professor Pauline Rosenau der University of Texas, die über die Reform des US-Gesundheitssystems einen Vortrag hielt. Neben der Uni war ein Krankenhaus: Allerdings wurde es mangels Auslastung als Studentenheim umfunktioniert, so dass auf den Zimmern statt Kranken die Studis in den Betten lagen. Das mit der Planung ist in Neuseeland nämlich so eine Sache. Auch der Bahnhof in Dunedin, der das meistfotografierte Gebäude in Neuseeland ist, wurde in einer Zeit als die Lokomotive auf dem Vormarsch war teuer ausgebaut. Allerdings ist nach Fertigstellung der Boom der Eisenbahn wieder abgeflacht, so dass dort außer der historischen Taieri Gorge Railway kaum ein Zug hält. Davor steht noch eine edle Lock, die für ca. eine Million Dollar in ein gläsernes Mausoleum geparkt wurde. Da ich im Vergleich zu Deutschland zwölf Stunden in der Zukunft war, war auch seltene Arbeit mit meinen Kollegen zuhause angenehm, weil wir wie im Staffellauf einen 24-Stunden Betrieb aufrecht erhalten und uns zur Nachtschicht jeweils abwechseln konnten. Der Forschungsaufenthalt wurde von der Wirtschaftsfakultät der Universität Duisburg-Essen durch ein Stipendium für die Förderung internationaler Beziehungen gefördert.

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