Daten als Schlüssel zur effektiven und effizienten Patientensteuerung – die Rolle der Routinedaten im Gesundheitswesen

Prof. David Matusiewicz (Mitte) zusammen mit Prof. J. Zerth, links und dem Vorstand der Novitas BKK, Reiner Geisler.
Prof. David Matusiewicz (Mitte) zusammen mit Prof. J. Zerth, links und dem Vorstand der Novitas BKK, Reiner Geisler.

Das deutsche Gesundheitswesen gewinne durch eine verbesserte Struktur des Datenmanagements und Routinedaten seien eine wichtige Datenbasis zur Steuerung und Evaluation der Versorgung im Gesundheitswesen. Diese Schlussfolgerung konnte Prof. Dr. David Matusiewicz, Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in Essen in seinem Vortrag im Rahmen der Reihe „Aktuelle Fragen der Gesundheitsökonomie und des Gesundheitsmanagements“ (Prof. Dr. Jürgen Zerth) ziehen. Matusiewicz, der neben seiner Professur in der Stabstelle Controlling der Novitas BKK tätig ist, konnte die wachsende Herausforderungen von Krankenversicherung im deutschen GKV-System aufzeigen, allgemeine Strategien des Datenmanagements zu entwickeln, die insbesondere im Kontext der Erstattungsregeln des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs als Prognose- und Erfassungsinstrumentarium wirksam sind. Dabei müsse aber auch deutlich werden, dass auch für eine Förderung von Versorgungsforschung, wie häufig auch gesundheitspolitisch gefordert, die Bündelung von Routinedaten aus dem Krankenversicherungssystem erst in den letzten Jahren wirksam und möglich geworden sei, so Matusiewicz. Mit dem Instrumentarium „Gute Epidemiologische Praxis“ sei 2005 erstmalig ein Standard für die Verwendung und Auswertung von Routinedaten geschaffen worden. In den letzten Jahren lasse sich erkennen, dass wissenschaftliche Studien mit Routinedaten aus dem Schattendasein hervorgetreten sind und insbesondere in methodischer Hinsicht wesentliche Fortschritte zu verzeichnen sind. Gesundheitspolitisch gehe diese Entwicklung einher mit der Notwendigkeit methodisch belastbarere Verfahren zur Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertung des Gesundheitssystems zu entwickeln. Matusiewicz konnte insbesondere deutlich machen, dass Datenmanagement und Dokumentation von Versorgungsverläufen nicht nur angesichts des Bedeutungsgewinns chronischer Krankheiten immer wichtig werden, sondern insbesondere die Perspektiven von Datenmanagement und von systematischer Datenanalyse, etwa durch Strategien von Text-Mining im Hinblick auf „Big Data“ noch viel stärker Teil des Gesundheitswesens werden. Es gelte dabei die notwendige Transparenz über standardisierte Verfahren für alle Beteiligten des Gesundheitswesens herzustellen und dabei die Bedeutung der Datengrundlage für gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse publik zu machen. Ein wichtiger Ansatzpunkt werde beispielsweise sein, wie und mit welcher Weise Routinedaten nun bei der Umsetzung des Innovationsfonds Berücksichtigung finden. Gesundheitsmanager der Zukunft müssten sich sowohl in den Methodiken, in den Möglichkeiten und den Grenzen des Datenmanagements einarbeiten, konnte David Matusiewicz den Studierenden als Botschaft mitgeben.

 

Quelle: Wilhelm Löhe Hochschule

Kommentar schreiben

Kommentare: 0